Raspberry Pi als WLAN-Accesspoint

Einen RaspberryPi kann man relativ einfach als Hotspot / AccessPoint einrichten. Noch einfacher klappt das mit einem Pi 3B+ , er hat WLAN und Ethernet schon an Board.

Als erstes muss das Programm hostapd installiert werden, das geht so:

sudo apt install hostapd -y

Damit verbunden ist die obligatorische Konfigurationsdatei. Diese liegt unter /etc/hostapd/

sudo vi /etc/hostapd/hostapd.conf

(natürlich geht auch nano, sudo nano /etc/…) Hier wird folgendes eingetragen:

interface=wlan0
ssid=WLAN Netz Name
hw_mode=g
channel=6
macaddr_acl=0
ignore_broadcast_ssid=0
auth_algs=1
wpa=2
wpa_passphrase=Streng!Geheimes*WLAN-Passwort
wpa_key_mgmt=WPA-PSK
wpa_pairwise=TKIP
rsn_pairwise=CCMP

Danach in den “autostart” eintragen mit:

sudo vi /etc/default/hostapd

Die Zeile suchen beginnend mit #DEAMON_CONF Diese ändern in:

DEAMON_CONF="/etc/hostapd/hostapd.conf"

Damit sagen wir hostapd wo die Konfig liegt. Diese könnten man natürlich auch woanders liegen haben, dann aber bitte den kompletten Pfad angeben.

Jetzt muss noch den Interfaces (wlan0 und eth0) eine feste IP zugewiesen werden, wobei eth0 dabei auch auf DHCP stehen kann, sprich, sich eine IP vom DHCP-Server besorgt (FritzBox, etc.). Dies konfiguriert man in der Datei:

sudo vi /etc/network/interfaces

Hier wird folgendes eingetragen:

allow-hotplug wlan0
iface wlan0 inet static
  address 192.168.179.1
  netmask 255.255.255.0
auto eth0
iface eth0 inet dhcp

Jetzt brauchen wir noch ein kleines Programm, das später die IP-Adressen vergibt. Hierzu nehmen wir isc-dhcp-server .

sudo apt install isc-dhcp-server

Die zugehörige Config liegt unter:

sudo vi /etc/dhcpcd/dhcpcd.conf

Hier wird folgendes eingetragen:

subnet 192.168.179.0 netmask 255.255.255.0 {
    range 192.168.179.10 192.168.179.20;
    option domain-name-servers 8.8.8.8, 8.8.4.4;
    option routers 192.168.179.1;
}

Kleine Erklärung, wir vergebn eine IP-Range von .10 bis .20 . Sind ergo 10 Geräte, die sich dann per WLAN verbinden können. Es kann natürlich auch eine höher Anzahl eingegeben werden statt der 20, z.B.: 100 . Damit sind 90 Geräte möglich. Dies lässt sich natürlich anhand der Subnetzmaske und des Netzes erheblich variieren (Stichwort Klasse A-Netz). Das aber nur am Rande. Nicht ausser Acht lassen sollte man die Leistungsfähigkeit eines einzelnen Raspberry Pi.

Jetzt schreiben wir den DHCP-Server in die “autostart”:

sudo vi /etc/default/isc-dhcp-server

Wir suchen folgende Zeilen:

DHCPDv4_CONF=/etc/dhcp3/dhcpd.conf
DHCPDv4_PID=/var/run/dhcpd.pid
INTERFACES=""

Entfernen die # vor den Zeilen und ergänzen “Interfaces” um “wlan0”.

Wir konfigurieren noch das interne Weiterleiten mit dem Eintrag:

sudo vi /etc/sysctl.conf

Hier die folgende Zeile ändern (# entfernen):

net.ipv4.ip_forward=1

Jetzt noch per iptables den Traffic von wlan0 nach eth0 weiterleiten:

sudo vi /etc/rc.local

Hier folgendes eintragen (bitte vor exit 0):

sudo iptables -A FORWARD --in-interface wlan0 -j ACCEPT
sudo iptables --table nat -A POSTROUTING --out-interface eth0 -j MASQUERADE

Das wars schon, Neustart und dann sollte der Pi als Hotspot dienen. Nicht vergessen eth0 anzuschliessen 😉

Ob die IP-Adressvergabe funktioniert hat, prüft man mit ifconfig (alternativ sudo ifconfig)

Viel Spass beim Nachbauen

   

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